Homepage Prof. Dr. Hermanutz
Zuletzt aktualisiert am Montag, den 14. Juni 2010 um 13:46 Uhr
HERMANUTZ, Max
Prof. Dr.
K 1.11
Telefon +49 (0) 7720 309-552
Werdegang:
Studium:
Psychologie im Hauptfach mit dem Studienschwerpunkt klinische Psychologie, im Nebenfach Biologie. 1979 Diplomhauptprüfung (Diplom Psychologe), 1983 Promotion (Dr. rer. soc.).
Die Themen der Diplomarbeit und Dissertation beschäftigen sich mit psychischen Erkrankungen in Zusammenhang mit psychophysiologischen Fragestellungen. Die Veröffentlichungen dieser Arbeiten liegen im Grenzbereich zwischen Psychologie und Medizin.
Ausbildung zum Verhaltenstherapeut. Approbation (Psychologischer Psychotherapeut).
Praxis und Forschung:
1976 bis 1983 Tätigkeiten als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Fachgruppe Klinische Psychologie an der Universität Konstanz und im Zentrum für Psychiatrie, Konstanz-Reichenau.
1983 bis 1987 Angestellter im Vinzenz von Paul Hospital, Rottweil – Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Neurologie.
1987 - Ernennung zum Professor an der Fachhochschule Villingen-Schwenningen – Hochschule für Polizei.
Forschungsschwerpunkte, die im Zusammenhang mit praktischer Polizeiarbeit stehen:
Umgang mit psychisch kranken Menschen, Stressbelastungen im polizeilichen Alltagshandeln, Akute und Posttraumatische Belastungsreaktionen von Opfern, Interventionsmaßnahmen bei traumatischen Erlebnissen, Evaluation (Studium, Intervention, Arbeitsanalysen), Motivation und Arbeitszufriedenheit, Psychophysiologie.
Seit 1999
Vernehmungspsychologie und Glaubhaftigkeit,
Stress und Schießen,
Einsatzkommunikation
Aktuelle Projekte:
Stress und Schießen in Zusammenarbeit mit Wolfgang Spöcker.
Bisher wurden drei Experimente psychophysiologische Untersuchungen bei Schießtraining gemacht. Erste Ergebnisse liegen vor und wurden veröffentlichet in:
Hermanutz, M., Spöcker, W., Geiger, S., Schweitzer, S. (2000). Schießen mit kühlem Kopf unter Stressbedingungen. Polizei & Wissenschaft, 1, 45-57.
Hermanutz, M., Spöcker W. (2003). Computerspiele - Training für den Schusswaffeneinsatz. In Lorei, C. (Hrsg.) Eigensicherung & Schusswaffeneinsatz bei der Polizei. Beiträge aus Wissenschaft und Praxis. Frankfurt: Verlag für Polizeiwissenschaft.
Hermanutz, M., Spöcker, W., Panning, M. (2003). Schießen lernen mit Computerspielen. Polizei & Wissenschaft, 3, 2-16
Hermanutz, M., Spöcker, W. (2005). Mentale Vorbereitung verbessert die Eigensicherung. Deutsches Polizeiblatt, 5, 6-11.
Einsatzkommunikation in Zusammenarbeit mit Wolfgang Spöcker.
Das Thema wurde im Rahmen einer Diplomarbeit bearbeitet. In einem Versuch wurden 103 Polizeikontrollen durchgeführt, das Verhalten der Polizisten beobachtet und vom polizeilichen Gegenüber beurteilt. Dabei wurden die Polizisten immer wieder mit sog. "Killerphrasen" konfrontiert, also Sprüche, denen der Polizeibeamte täglich ausgesetzt ist. Es wurden Kategorien gebildet, je nachdem ob ein Polizeibeamter lange, ausführliche, kurze oder provokante Antworten liefert. Mit einem Fragebogen wurde anschließend erhoben, welche Art der Antworten der Bürger hören möchte. Überraschenderweise wird eine ausführliche, erklärende Antwort bevorzug.
Böttcher, H. & Wachenheim, P. (2005). Betrachtung der Einsatzkommunikation
bei Personenkontrollen aus psychologischer Sicht. Unveröffentlichte Diplomarbeit: Fachhochschule Villingen-Schwenningen, Hochschule für Polizei.
Hermanutz, M., Spöcker, W., Cal, Y., Maloney, J. (2005). Kommunikation bei polizeilichen Routinetätigkeiten. Polizei & Wissenschaft, 3, 19-39. Veröffentlicht als Online-Dokument im Polizei-Newsletter unter www.polizei-newsletter.de (nur im Internet verfügbar) oder konkret: http://www.polizei-newsletter.de/pdf-files.htm (nur im Internet verfügbar)
Dieses Ergebnis sollte nun in einer weiteren Studie 2006 in Zusammenarbeit mit der Polizeischule Biberach repliziert werden. Dabei wurden die Polizeibeamten in zwei Gruppen unterteilt, wovon die eine einem Kommunikationstraining unterzogen wurde und die andere als Kontrollgruppe galt. Die Polizeibeamten sollten fiktive Kontrollen bei BVJ-Schülern durchführen, von denen sie anschließend bewertet wurden. Die BVJ-Schüler konfrontierten die Beamten dabei immer wieder mit Sprüchen, auf die es zu reagieren galt.
Vernehmungspsychologie und Glaubhaftigkeit in Zusammenarbeit mit Frank Adler, Ottmar Kroll, Sven Max Litzcke.
ALIBI Projekt
Vernehmungspsychologie und Glaubhaftigkeit einschätzen
Max Hermanutz, Frank Adler, Sven Litzcke, Ottmar Kroll
Das Projekt ALIBI entstand aufgrund der positiven Resonanz auf fachübergreifende Lehrveranstaltungen an der Hochschule für Polizei in Baden Württemberg und an der FH Bund Fachbereich Öffentliche Sicherheit, beispielsweise zu den Themen Vernehmungspsychologie, Lügen in Befragungen erkennen, Verhör und Vernehmung. Die Veranstaltungen zeigten wie groß das Interesse und der Bedarf an wissenschaftlich zuverlässigen Leitlinien und praktischen Übungen für die Praxis ist. Dieser Bedarf soll mit dem Projekt ALIBI auf wissenschaftlich solider Basis gedeckt werden. Dabei mangelt es nicht an überzeugenden fachwissenschaftlichen Ergebnissen, sondern an einer nutzerfreundlichen Umsetzung, die nicht in die Trivialität von Kochbuchrezepten abrutscht und durch entstellende Vereinfachung falsch wird. Ziel des Projektes ist die Verknüpfung fachwissenschaftlicher Erkenntnisse mit dem Wissen der Praktiker.
Im Projekt ALIBI wird intern eine neue, multimedial unterstützte Form in der Ausbildung und Fortbildung von Personen eingesetzt die sich übers Internet mit Befragungsmethoden und der Einschätzung der Glaubhaftigkeit von Aussagen bei professionellen Befragungen von Menschen beschäftigt. Insbesondere geht es dabei um Vernehmungen und Glaubhaftigkeitsbeurteilungen aber auch um Explorationen von suizidalen Personen sowie Begutachtungen von traumatisierten Asylbewerbern. Zielgruppen sind Polizeibeamte, Staatsanwälte, Richter, Rechtsanwälte, Psychologen und alle Personen, die Befragungen oder Vernehmungen durchführen, bei denen der Wahrheitsgehalt der Aussagen von erheblicher Bedeutung ist.
Die multimediale Lern- und Arbeitsumgebung für Befragungen, verbindet die Befragungsstrategie (Vernehmungstaktik) mit der Einschätzung der Glaubhaftigkeit von verbalen und nonverbalen Merkmalen. Die theoretische Darstellung soll durch eine problemorientierte und praxisnahe Herangehensweise ergänzt werden.
[ Inhalt ] Hermanutz, M., Litzcke, S.M. & Kroll, O. (2005). Polizeiliche Vernehmung und Glaubhaftigkeit – Ein Trainingsleitfaden. Stuttgart: Boorberg.
[ Inhalt ] Hermanutz, M. & Litzcke, S.M. (2006). Vernehmung in Theorie & Praxis: Wahrheit - Irrtum –Lüge. Stuttgart: Boorberg.
Die Wirksamkeit eines Vernehmungstrainings
An der FH-Polizei in Villingen-Schwenningen werden Schwerpunktseminare zum Thema "Vernehmung & Glaubhaftigkeit" angeboten. In den Trainings werden die drei Themenschwerpunkte "Vernehmungsmethodik und Vernehmungstaktiken", "rechtliche Rahmenbedingungen für Vernehmungen" und "erste Einschätzung der Glaubhaftigkeit von Aussagen" behandelt. Inzwischen wurde die Evaluation unserer Trainingsmethoden standardisiert. Vor Trainingsbeginn wird eine Vernehmung als Eingangstest, nach jedem Training eine weitere als Abschlusstest durchgeführt, welcher am Ende des Semesters stattfindet. Die Vernehmungen werden auf Video mitgeschnitten und später anhand eines Auswertungsbogens untersucht und bewertet. Somit können Verhaltensänderungen beim Vernehmen und der Glaubhaftigkeitsbeurteilung in Abhängigkeit von den Trainingsinhalten und der Trainingsgestaltung überprüft werden.
Hermanutz, M., Adler, F., Siebert, A. & Weber, R. (2006). Die Wirksamkeit eines Vernehmungstrainings. In Vorbereitung.









